#GeeksGetFit: Ich bin immer noch fett, aber es wird…

Hier sitze ich also — im Büßergewand. Wieso? Weil ich mich schuldig fühle. Mein Körper hat mir grundsätzlich nichts getan, dennoch behandele ich ihn miserabel. Das führte dann irgendwann dazu, dass ich über 140 Kilo auf die Waage brachte. Diese immense Zahl relativiert sich ein klitzekleines bisschen, wenn man berücksichtigt, dass ich auch mit 1,93 m ein ziemlich langer Lulatsch bin, aber es ändert nichts daran, dass ich dennoch übelst übergewichtig war.

Mit “irgendwann” meine ich konkret das Jahr 2015. ich setzte mich in der Zeit — weil ich mich selbst nicht  mehr ertragen konnte — mit Fitness-Apps auseinander und entdeckte damals neben Runtastic auch MyFitnessPal für mich. Die erste App trackt haarklein meine Runden, die ich drehe, nennt mir die zurückgelegten Schritte, Durchschnittsgeschwindigkeit und vieles mehr, außerdem werden auch die verbrannten Kalorien erfasst. MyFitnessPal hingegen ist mein Ernährungs-Tagebuch, wenn ihr so wollt. Dort kann man fein säuberlich eintragen, was man am Tag zu sich genommen hat. Erfreulicherweise arbeiten die Apps auch zusammen, so dass die verbrannten Runtastic-Kalorien automatisch bei MyFitnessPal zu meinem täglichen Kalorien-Konto addiert werden.

All das habe ich euch 2015 schon einmal in meinem Fettsau-Artikel erzählt und dort findet ihr auch die Links zu den entsprechenden Apps. Die Schande ist, dass das für mich zwei Monate sehr gut geklappt hat — und ich danach wieder elendig eingebrochen bin. Ich hab hier im Home-Office gesessen und gefressen ist nicht nur der traurigste Reim der Welt, sondern auch der Grund dafür, wieso ich die abgenommenen zehn Kilo ruckzuck wieder drauf hatte — und in der Folge noch einmal knapp 10 Kilo draufgepackt habe.

Alles ging schwieriger, was vorher schon nicht einfach war. Beim Zubinden meiner Schuhe war ich schon dem Erstickungstod nahe, aus der Badewanne konnte ich mich nur noch mit dem Pfannenwender befreien und wenn ich das Haus verließ, brach ich schon in Schweiß aus, bevor ich “Sauerstoffzelt” sagen konnte. Das ging so bis etwa 149,5 Kilo. Mein erster Lifehack, um zu vermeiden, dass ich jemals tatsächlich die Zahl 150 auf meiner Waage sehe: Einfach ein paar Wochen nicht mehr wiegen, während ich weiterfresse wie immer.

Dann kam ein Sommer im letzten Jahr, an den ihr euch sicher auch noch bestens erinnern könnt. Ich liebe es, wenn die Sonne scheint und es schön heiß ist — in dieser Zeit blühe ich regelrecht auf, aber wenn man das Gewicht eines in Italien gefertigten Kleinwagens mit sich herumschleppt (zumindest gefühlt), dann verliert auch der Sommer phasenweise seinen Glanz.

Genau da hab ich beschlossen, dass ich das genau jetzt wieder in den Griff bekommen muss. Meinen Artikel hab ich natürlich seinerzeit nicht aktualisiert — wäre mir unangenehm gewesen, deutlich fetter anzufangen als zum ersten Veröffentlichen des Beitrags. Jetzt habe ich mich von diesen “knapp” 150 Kilo wieder herunter gearbeitet. Derzeit schwanke ich zwischen 133 und 134 Kilo — hab also immerhin die letzten drei Jahre wieder vergessen gemacht gewichtstechnisch.

Runtastic + Samsung Health + MyFitnessPal

Samsung Health

Preis: Kostenlos

Wie bin ich dahin gekommen? Eigentlich genau so wie damals auch. Technische Unterstützung trage mittlerweile ich in Form einer Samsung Gear Fit 2 am Arm und bin auch wirklich happy mit dem Teil. Ich denke aber, dass es da kaum wirklich wichtig ist, welchen Tracker ihr nutzt, weil so ein Wearable eine nützliche Hilfe beim Projekt “Abnehmen” sein kann, sie Dir aber auch nicht dabei hilft, den inneren Schweinehund zu besiegen.

Obwohl, ein bisschen schon — wenn nämlich jede Stunde einmal die Aufforderung aufblinkt, sich mal vom Schreibtisch zu erheben, am besten mit einer “Torsodrehung”-Übung. Aber wichtig ist in erster Linie nicht die Uhr, die Deine Schritte trackt, sondern der Wille, auch tatsächlich Schritte zurückzulegen, sprich: Sich mehr zu bewegen.

Für mich ist es auch wichtig geworden, mir das zu vergegenwärtigen, was ich zu mir nehme, bzw. wie sich das in Kalorien ausdrückt. Daher setze ich eben weiter auf MyFitnessPal, um meine Ernährung zu protokollieren. Oft genug siegt hier meine Faulheit und ich versäume das Eintragen, aber in diesen Fällen hab ich dann Dinge konsumiert, von denen ich die grobe Kalorienzahl bereits im Kopf habe und weiß, dass ich eh unter meinem Limit für den Tag bleibe.

Zudem werfe ich hin und wieder mal einen Blick auf Google Fit, generell messe ich aber meine zurückgelegten Schritte bei Runtastic und seit letztem Jahr auch mit Samsung Health. Durch den Einsatz von Samsung-Devices kann ich die App sowohl auf dem Fitness-Tracker als auch dem Smartphone nutzen und ähnlich wie Nicole, die mit einer Fitbit unterwegs ist, kann auch ich bei Samsung Health von einer großen Community profitieren.

Dort könnt ihr euch Duelle mit Freunden liefern, aber auch an globalen Challenges teilnehmen. Gerade dieser Gamification-Effekt bei solchen Apps pusht mich immer wieder und macht es mir leichter, meine Ziele zu erreichen. Diese Ziele sehen momentan so aus, dass ich jeden Tag 75 aktive Minuten absolvieren möchte und im Laufe des Tages mindestens 10.000 Schritte zurücklege.

Das klingt erst einmal viel, vor allem für so ein Home-Office-Opfer wie mich, welches noch im letzten Jahr oft weniger als 50 Schritte am kompletten Tag (!) verzeichnen konnte. Mittlerweile ist mir das Latschen durch die Dortmunder Straßen so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich es auch regelmäßig hin bekomme, ohne mich großartig überwinden zu müssen.

Damit mir meine Runden, die ich hauptsächlich abends/nachts absolviere, nicht zu langweilig werden, hab ich natürlich immer Kopfhörer dabei und nutze unterwegs Spotify. Dort höre ich dann Musik, wenn ich besonders ambitioniert bin und wirklich schnell vorankommen möchte (Haha, schnell, obwohl ich nur gehe statt zu joggen – ich weiß 😉 ). Wenn es mir weniger wichtig ist, schnell zu gehen, dann weiche ich auf Hörspiele, Hörbücher und Podcasts aus, die auf der Plattform ja zur Genüge vorhanden sind.

Tech ist nur ein kleiner Teil des Erfolgs

Kopfhörer, Fitness-Tracker und die unterstützenden Apps — ich glaube, ohne all das würde es mir sehr schwer fallen, weiter Gewicht zu dezimieren und was für meinen Körper zu tun. Die Wahrheit ist aber, dass der wichtigste Teil des Erfolgs nach wie vor zwischen meinen Ohren sitzt. Wenn nämlich die Birne nicht will, dann passiert so ziemlich gar nichts. Dann findet man immer Gründe, wieso man lieber mit seiner Geliebten namens Netflix auf der Couch liegen sollte statt aus dem Haus zu gehen und Ausreden, wieso genau heute Abend mal wieder eine Pizza “okay” wäre.

Ein Teil der Wahrheit ist wohl auch, dass es nicht ein Universalrezept für jeden Menschen gibt, welches bei jedem gleich gut funktioniert. Meine Erfolgsformel setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

  • die beschriebene technische Unterstützung in Form von Gadgets und Apps
  • Bewegung
  • angepasste Ernährung

Zu den ersten beiden Punkten hab ich ja schon was gesagt, aber auch die Ernährung spielt logischerweise eine wichtige Rolle. Ich hab in den letzten Monaten (seit etwa Dezember) ein paar Parties und Konzertabende zu viel gefeiert. Wie wir in Fachkreisen schon mal sagen: “Karate am Glas!”

Einher mit erhöhtem Alkoholkonsum geht bei mir oftmals der Reflex, spät in der Nacht noch ungesunde Mengen noch ungesünderen Fast Foods in mich hineinzustopfen. Das ist also definitiv kontraproduktiv im Normalfall. Ich hab aber gemerkt, dass ich dennoch problemlos weiter am Ball bleibe und meine 10.000 Schritte absolviere. Früher bin ich genau daran gescheitert, dass ich meine Motivation verloren habe nach ein paar Tagen, an denen man wieder eskaliert ist und entsprechend zugenommen hat.

Selbst mit all den Parties habe ich in der vergangenen Zeit nicht wieder zugenommen und ab sofort bzw. seit einer Woche etwa konzentriere ich mich auch wieder drauf, vernünftig zu essen und weniger am Glas zu zaubern. Bei der Ernährung ist es zudem für mich wichtig, dass ich jetzt keine Diät mache, sondern eine Umstellung meiner Ernährung vornehme. Wenn ich anfangen würde, zu sehr auf zu viel zu verzichten, wäre das der erste Schritt Richtung Jojo-Effekt, wie ich aus der Vergangenheit weiß.

So, wie ich mich jetzt ernähre (ich achte eigentlich lediglich darauf, weniger Kohlehydrate zu verputzen und lass Süßigkeiten weg), kann ich auch hin und wieder ‘ne Pizza oder einen Burger fressen und nehme dennoch in der Summe weiter ab. Genau so werde ich es jetzt weiter versuchen — und will Nicole weiter beweisen, dass man eben mit dem Einsatz eines Fitness-Trackers doch Gewicht reduzieren kann. Aber so viel steht auch fest: Alleine mit Gadgets und Apps nimmt kein Mensch ab!

PS: Ich dachte übrigens vor drei Jahren, beim Schreiben meines ersten Artikels zum Thema, dass es mir hilft, wenn ich meine Abnehm-Versuche öffentlich mache. Da hab ich mich getäuscht. Es ist zwar in der Tat motivierend, wenn ich positives Feedback von euch bekomme und ich hab in den Kommentaren auch wirklich gute Tipps jeder Art bekommen, für die ich dankbar bin. Aber — und das ist ein fettes “aber”: Nichts davon funktioniert wirklich, wenn man selbst nicht den Willen aufbringt, tatsächlich was zu verändern!

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